das Team hinter Mikono

Hawkins, Kreatives Mastermind

“Als ich vor rund sieben Jahren in ganz Nairobi keinen guten Anzug für meine bevorstehende Hochzeit finden konnte, beschloss ich ihn selbst zu schneidern.”

... Und so begann die Geschichte von Mikono. Hawkins ist ein kenianischer Filmemacher, Produzent, Künstler und Musiker. Er filmte sehr viel im Daadab Flüchtlingslager in Kenia und bildete Bewohner zu Filmemachern, Journalisten und Fotografen aus. 

Um den perfekten Hochzeitsanzug zu bekommen, wechselte er dann tatsächlich das Business. Er gründete eine kleine Schneiderei in Nairobi und mit anfangs zwei Schneidern begannen sie hochqualitative High End Anzüge maßgeschneidert herzustellen. Das Business wuchs und einige der erfolgreichsten Musiker und Politiker Kenias ließen ihre Anzüge ausschließlich bei Hawkins anfertigen.

“Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gezogen. Wir sind fast pleite gegangen, aber ich wollte nicht aufgeben. Es finden keine Hochzeiten mehr statt, also musste ich umdenken. Ich liebe Kitenge Stoffe, sie kommunizieren unsere vielfältigen, kunterbunten und einzigartigen Kulturen. So entwarfen wir die Mikono Bomberjacken.”

Durch die Gründung von Mikono in Deutschland kann Hawkins nun wieder aufatmen und seine Angst, die Schneiderei zu schließen, ist in den Hintergrund gerückt.

 

Die Schneider*innen - Team Kenia

Amos

“Ich heiße Amos und gehöre zu den Schneider*innen von MIKONO. Mein Fachgebiet sind Jacketts, Hosen und Bomberjacken. Aus finanziellen Gründen konnte ich nach der Grundschule nicht die weiterführende Schule besuchen. Also ging ich nach Nairobi und wollte Mechaniker werden. Mir wurde gesagt, dass ich hierfür nicht geeignet sei, sondern ein guter Schneider werden würde. Anfangs habe ich mir das Schneidern selbst beigebracht und angefangen Jacken herzustellen. 

Ich habe verschiedene Schneider*innen in ihren Fachgebieten sowie Jacken und Hosen über sehr lange Zeit beobachtet. Von ihnen habe ich gelernt meine Arbeit zu perfektionieren. Endlich habe ich meinen ersten offiziellen Job bekommen und habe ein monatliches Gehalt erhalten. Als wir einige Monate nicht bezahlt wurden, habe ich es mich gewagt und nachgefragt. Ich wurde verprügelt und habe Nairobi wieder verlassen.”

Hawkins hat von Amos und seiner Geschichte gehört und ihn über Monate versucht zu kontaktieren und zu überzeugen, mit in die kleine Anzug Schneiderei einzusteigen. Nach sehr viel Überzeugungsarbeit und langsamer Erholung des Traumas, hat Amos eingewilligt und arbeitet seit nun sechs Jahren in Nairobi und stellt unter anderem Deine MIKONO Jacke her. 

 

Kilo

“Ich heiße Kilo und komme aus dem Kongo. Ich bin Schneider und mein Fachgebiet sind Bomberjacken und Hemden. Nachdem der Krieg im Kongo ausgebrochen ist, bin ich nach Tansania geflohen und habe Gitarre gespielt. So konnte ich mir etwas Geld verdienen und das Camp verlassen. In Tansania habe ich mir dann das Schneidern selbst beigebracht. Ich beschloss nun nach Kenia zu gehen.” 

In Kenia angekommen, hat Hawkins Kilo gefunden und in sein Team aufgenommen. Bis heute ist er sehr glücklich und liebt es wunderschöne Kleidungsstücke herzustellen. Der Großteil seiner Familie lebt noch im Kongo. Dan möchte aufgrund seiner traumatisierenden Erfahrungen nicht mehr dorthin zurück. Mit seiner Familie hat er jedoch regelmäßigen Kontakt und unterstützt sie finanziell und mental.

 

Mathega

“Ich heiße Mathega und bin der älteste Schneider bei Mikono. Ich bin Meister im Schneidern und Schneiden. Mein Fachgebiet sind Hemden, Denim Jacken, Bomberjacken und Kaunda Anzüge. Dies sind traditionelle ostafrikanische Herrenanzüge.”

Mathega begann das Schneidern nachdem er die Schule abgeschlossen hatte und wurde auch zügig in einer Fabrik eingestellt. Nach einiger Zeit kam auch er nach Nairobi und arbeitete mit zwei Brüdern, bei denen er seine Arbeit perfektionierte. Sie ermöglichten ihm sogar einen Aufenthalt in Indien, wo er sich noch mehr Fähigkeiten aneignen konnte und als wahrer Meister gilt. Hawkins und seinem Team ist er von Anfang an beigetreten. Mathega gilt als der Senior und Professor unter den Schneider*innen von Mikono.

 

Antonia Waskowiak, Nairobi & Berlin  

Antonia (27) ist gelernte Rettungsassistentin, leitet seit 9 Jahren soziale Projekte in Kenia, spricht fließend Suaheli, baute eine private Grundschule im Südwesten auf. Antonia arbeitet mit verschiedenen kenianischen Stammesgemeinschaften an den Ursachen und Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung sowie der Zwangs-Kinderehe. Dazu schrieb sie einen Artikel beim Focus. Antonia studiert in einem Vollzeitstudium "Community Development" an der Daystar University in Nairobi und leitet ihr NGO Zinduka e.V..

 

Heinrich Klassen, Berlin

Heinrich (34) ist Musiker, hat Antonia auf Reisen kennengelernt und verfügt über detaillierte Erfahrung als Softwareentwickler und im eCommerce und lebt in Berlin-Wedding, wo er das Weddingorchester leitet. Am 4. September findet ein Openair-Festival "Wedding Musiziert 2020" auf dem Nettelbeckplatz statt, wo Singende, Instrumentalisten, Schüler, Migranten und Tänzer den gemeinsamen Klang finden.

 

Mareike Effinger, Köln

Mareike (23) ist angehende Sonderpädagogin, befindet sich aktuell in ihrem Masterstudium in Köln. Sie hat während ihres Bachelorstudiums ein Praktikum in einer Schule in Nairobi, Kenia absolviert, so wie einen Freiwilligendienst bei Zinduka und Antonia beim Stamm der Kuria. Mareike legt großen Wert auf kulturelle Wertschätzung und Anerkennung einer jeden Person.

Wir sind ein junges Team aus Deutschland und Kenia

Was wir uns vorgenommen haben